Die Timberfarm Gruppe und ihre riskanten Investments – Handlungsempfehlung für Privatanleger

TIMBERFARM Kautschukverarbeitung, Panarubber 17, Panarubber 18, 
TF Gloreg 22 – Anleihe, fachanwältin Kapitalanlage
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Wer ist die Timberfarm Gruppe?

Die TIMBERFARM GmbH ist eine international tätige Rohstoffgruppe, welche auf die Produktion und den Handel von und mit Naturkautschuk und Kautschukholz spezialisiert ist.

Produziert wird der Naturkautschuk und der Kautschukholz im lateinamerikanischen Staat Panama.

Bereits im Jahr 2007 beschloss die Familie Breidenstein in die Kautschukproduktion einzusteigen. Seit 2012 wurden nach und nach Kautschukplantagen und -fabriken angebaut. Geschäftsführer der jeweiligen Tochter-Gesellschaften ist Maximilian Breidenstein.

Was ist Kautschuk und wofür wird es verwendet?

Kautschuk wird zu unterschiedlichen Produkten verarbeitet. 70% des Kautschuks dient zur Produktion von Autoreifen. Weitere Produkte sind etwa Matratzen, Dichtungen u.v.m.

Wie finanziert sich die Timberfarm Gruppe?

Um Kapital einzusammeln, werden Privatanlegern verschiedene Investitionsmöglichkeiten zu verschiedenen Produkten angeboten.

Beteiligung an Kautschukplantagen:

Seit dem Jahr 2017 werden gesellschaftsrechtliche Beteiligungen an einer GmbH & Co.KG als Kommanditist angeboten. Die Beteiligung ist nur über eine Treuhandgesellschaft, der CONTEX MITTELSTANDSBETEILIGUNGEN AKTIENGESELLSCHAFT aus Mannheim  möglich. Es handelt es sich bei diesen Produkten um.

Bisher gab es folgende Projektbeteiligungen zu Kautschukplantagen in Panama:

PANARUBBER 17 GmbH & Co. KG

PANARUBBER 18 GmbH & Co. KG

PANARUBBER 19 GmbH & Co. KG

PANARUBBER 20 GmbH & Co. KG

PANARUBBER 21 GmbH & Co. KG

Bei diesen Produkten handelt es sich um einen Fonds i.S.d. VermAnlG (Vermögensanlagengesetz), nicht aber um einen solchen nach KAGB.  Vor diesem Hintergrund müssen von Gesetz wegen Prospekte und Informationsblätter für Privatanleger erstellt werden. Die BaFin hatte zuletzt im Jahr 2017 bestätigt, dass sog. Waldfonds keine Fonds nach dem KAGB darstellen.

Investition in Kautschukfabrik:

Seit dem Jahr 2017 können sich Privatanleger auch in der Kautschukfabrik beteiligen und diese fördern. Die Beteiligung erfolgt hier ebenfalls als Kommanditist, entweder direkt oder über die Treuhand CONTEX MITTELSTANDSBETEILIGUNGEN AKTIENGESELLSCHAFT aus Mannheim.

Bisher gab es folgende Projektbeteiligungen für eine Fabrik:

TIMBERFARM Kautschukverarbeitungs-GmbH & Co. KG

Bei diesen Produkten handelt es sich um eine Vermögensanlage nach dem Vermögensanlagengesetz.  Vor diesem Hintergrund müssen von Gesetz wegen Prospekte und Informationsblätter für Privatanleger erstellt werden.

Anleihen der Timberfarm Trading GmbH:

Seit dem Jahr 2018 hat die Timberfarm Gruppe die Handelsabteilung GloReg – TIMBERFARM Global and Regional Sourcing & Trading gegründet. Der internationale Handel soll in Afrika, Lateinamerika und Asien ausgebaut werden.

Zur Finanzierung der Handelsabteilung werden seit dem Jahr 2019 Inhaber-Teilschuldverschreibungen mit einer Laufzeit von 10 Jahren emittiert. Inhaber-Teilschuldverschreibungen werden auch Anleihen, Bonds oder Obligationen genannt.

Bisher wurden folgende Anleihen emittiert:

TF GloReg Flex I 2019 – 2029 Anleihe

TF GloReg 20-4 Anleihe

TF GloReg 21 Anleihe

TF Gloreg 22 – Anleihe

Aktuell wird von der Emittentin TIMBERFARM Trading GmbH, Düsseldorf, die TF GloReg 22 Anleihe mit der Bezeichnung „4,75 % Inhaber-Teilschuldverschreibungen 2022 – 2027“ (WKN: A3E5T, ISIN: DE000A3E5T90) angeboten.

Kritische Presseberichte

Der Brancheninformationsdienst kapital-markt intern (KMI) berichtet seit vielen Jahren kritisch über die Kautschukplantagen „Panarubber“ und den veröffentlichen Prospekten. Insbesondere geht es um die mangelnde Transparenz.

Zu dem Prospekt des Panarubber 17 wird kritisiert, dass Prognosen zu Holzerlösen gemacht werden, obwohl das Unternehmen bisher keine vergangenen Vergleichswerte hatte. Zudem würden die Risikohinweise im Prospekt durch die Erwähnung möglicher Gegenmaßnahmen abgeschwächt werden. Ferner lagen seinerzeit bestimmte Verträge und Genehmigungen noch nicht vor, worauf ebenfalls nicht hinreichend im Prospekt hingewiesen wurde.

Zu dem Prospekt der Panarubber 18 wird kritisiert, dass etwa nicht mitgeteilt, wird, ob es bereits einen Pachtvertrag über 15 Jahre gibt, auf welcher die Bäume gehalten werden sollen. Ebenso werde offen gelassen, wer juristisch Pächter wird und wie hoch die Pacht ist. Diese Kosten wurden also nicht berücksichtigt. Auch ist unklar, wo genau in der Provinz Darien in Panama die Plantage sich befinde. Denn das Land, auf welcher nunmehr die Plantagen errichtet werden sollen ,liege bereits seit Jahrzehnten brach. Es sei nicht sicher, dass dieses Land für eine Agrar- oder forstwirtschaftliche Nutzung überhaupt geeignet sei.

Zu dem Prospekt der Panarubber 19 wird kritisiert, dass etwa der Markt und die Wettbewerbssituation in Panama nicht ausführlich dargestellt werden. Für eine umfassende Information von Anlageinteressenten hätte man regional die Vergangenheitspreise der letzten Jahre für Naturkautschuk und Kautschukholz angeben müssen. Zudem hätte man darauf hinweisen müssen, dass auch zur Timberfarm S.A., welche ihren Sitz in Panama hat, eine Konkurrenzsituation besteht. Da es derzeit keinen Markt in Panama für Kautschukholz gebe, rate man zur „äußersten Vorsicht“.

In dem Prospekt zu Panarubber 20 kritisiert KMI erneut den Markt in Panama. Im Zusammenhang mit Kautschukholz sei zu beachten, dass dieses als Bau- und Werkstoff in

erster Linie lokal und somit regional weiterverarbeitet und weiterverkauft werde. Da Panama bisher auf dem Markt des Naturkautschuks keine Rolle gespielt hatte, ist Kautschukholz in Panama nahezu nicht verbreitet. Somit ist ggf. überhaupt kein ausgeprägter Markt für Kautschukholz in Panama vorhanden, sondern muss erst ‚künstlich‘ geschaffen werden. Sofern diese Marktbedingungen nicht erzeugt bzw. vorhanden sind, bestehe die

Möglichkeit, dass es nicht zu einer laufenden Ausschüttung/ Verzinsung der Vermögensanlage kommt und ein Totalverlust der Einlage möglich sei.

Zusammenfassung:

Sämtliche Beteiligungen und Investitionsmöglichkeiten der Timberfarm Gruppe stellen keine sicheren Kapitalanlagen dar und sind mit zahlreichen Risiken, bis hin zum Totalverlust, verbunden. Insbesondere sind sie nicht zur Altersvorsorge geeignet. Die Privatanleger beteiligen sich bei den Produkten  TIMBERFARM Kautschukverarbeitungs-GmbH & Co. KG und PANARUBBER 17 GmbH & Co. KG

PANARUBBER 18 GmbH & Co. KG

PANARUBBER 19 GmbH & Co. KG

PANARUBBER 20 GmbH & Co. KG

PANARUBBER 21 GmbH & Co. KG

unternehmerisch. Im Insolvenzfalle bedeutet das auch die Rückzahlung von Ausschüttungen/Zinsen, die im Laufe der Zeit an die Privatanleger ausgezahlt wurden. Wie Sie aus den sog. „Waldfonds“ aussteigen können, zeigen wir Ihnen gerne auf.

Die Inhaber-Teilschuldverschreibungen

TF GloReg Flex I 2019 – 2029 Anleihe

TF GloReg 20-4 Anleihe

TF GloReg 21 Anleihe

TF Gloreg 22 – Anleihe

klingen zwar sicher und seriös, sind sie aber nicht. Wie aus dem Wertpapierprospekt zu entnehmen ist, bestehen zahlreiche Risiken, etwa Risiken im Zusammenhang mit der finanziellen Situation der Emittentin, im Zusammenhang mit der Art der Wertpapiere, rechtliche und regulatorische Risiken der Emittentin,  Risiken im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit und der Branche der Emittentin sowie Risiken in Bezug auf interne Kontrollen bei der Emittentin. Diese sich auf insgesamt sechs DinA4 Seiten erstreckenden Risiken sollten Anleger unbedingt sorgfältig gelesen haben.   

Was können wir für Sie tun?

Betroffene Anleger, die sich rückwirkend von den Produkten der Timberfarm Gruppe lösen möchten, können sich an Frau Rechtsanwältin Kes, Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht, wenden. Wir vertreten die Interessen von Anlegern bundesweit.  Für eine günstige Erstberatungspauschale erhalten Sie von uns eine schriftliche Stellungnahme zu ihren rechtlichen Optionen sowie eine Kostenübersicht. In einem persönlichen Gespräch können dann die weiteren rechtlichen Schritte besprochen werden.

Kontaktieren Sie uns unverbindlich direkt hier:

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